Reisetagebuch
Grenzwechsel - 3. Dezember 2008
Schon seit vierzehn Tagen laeuft unser Vietnamvisum. Anders als in den bisherigen Laendern startet die Gueltigkeit nicht mit der der Einreise, sondern wir mussten schon im Vorfeld einen exakten Zeitraum auswaehlen. Jetzt ist es hoechste Zeit nach Vietnam zu reisen.
Wir buchen die Direktverbindung von Sihanoukville nach Ho-Chi-Minh-Stadt inklusive Grenzwechsel. In Phnom Penh wechseln wir erst einmal den Bus und kurz darauf heisst es erst einmal Abschied nehmen von unseren Paessen, die von der Begleitperson des Busses eingesammelt werden. An der kambodschanischen Seite der Grenze verlassen wir den Bus. Ein grosser Stapel wandert in ein kleines Grenzhaeuschen und einige Minuten spaeter kommt der Grenzer samt Paessen wieder heraus. Die Namen werden Pass fuer Pass vorgelesen, und wer den seinen trotz der eingeschraenkt guten Aussprache erkennt, darf wieder in den Bus einsteigen. In der Regel wird bei westlichen Touristen der Vorname genannt, ausserdem
wird ein `s` am Ende des Wortes haeufig verschluckt. Zwischendurch findet sich fuer einen Pass kein Abnehmer. Wie sich herausstellt, gehoert er einem Fahrgast eines anderen Busses, der schon hektisch danach sucht. Wie sein Pass wohl in unseren Stapel gelandet ist? Dieser Vorfall erhoeht natuerlich die Spannung, ob man schnell wieder in den Bus kommt, und sie steigt mit jedem Pass, mit dem der Stapel schrumpft. "Maaku". Ich bin endlich dran und steige ein wenig erleichtert in den Bus, der Pass bleibt aber noch beim Busbegleiter. "Maencha". Alle wieder an Bord.
Es geht weiter zur vietnamesischen Seite. Diesmal muessen wir den Bus samt Gepaeck verlassen. Unsere Gruppe versammelt sich dicht gedraengt mit den Reisenden anderer Busse in einem voellig unterdimensionierten Warteraum. Der Passstapel wandert in der Zwischenzeit wieder zu einem Grenzer. Nach einiger Wartezeit, waehrend der mehrere Geldwechsler versuchen Geschaefte zu machen, taucht der Stapel wieder auf. Diesmal bekommen wir ihn direkt zurueck, samt Ausreisestempel von Kambodscha und Einreisestempel Vietnams, fuer das uns laut Eintrag nur noch 17 Tage bleiben. Aber darum kuemmern wir uns spaeter. Erst einmal geniessen wir in den letzten zwei Fahrtstunden nach Ho-Chi-Minh-Stadt die ersten Eindruecke des Landes.
Ho-Chi-Minh-Stadt (Saigon) - 3.- 10. und 13. - 15. Dezember 2008
Ein unaufhoerlicher kilometerlanger Strom an Lichtern ist das erste was uns auffaellt, als wir mit dem Bus Ho-Chi-Minh-Stadt erreichen. Hinter jedem Licht verbirgt sich ein Roller. Hunderte, tausende, hundertausende Roller fahren in dieser Stadt. Nie zuvor sah ich eine solche Rollerdichte. Der Strassenverkehr bleibt fuer uns die
Hauptattraktion dieser Stadt. Stunden verbringen wir in Cafes und starren fasziniert auf die Strassen waehrend wir unsere Getraenke schluerfen. Nach einem kurzen Rundgang durch die Stadt, vorbei am Wiedervereinigungspalast, an der Notre Dame Kirche, am Hotel-de-Ville, am Saigon Fluss und am Ben-Than Markt setzen wir uns lieber wieder in ein Cafe und gehen unserer Lieblingsbeschaeftigung nach: Rollergucken. Es gibt Plaetze die sich geradezu dafuer anbieten. Einen leckeren Fruchsaft, dazu einen Platz auf dem Balkon im ersten oder zweiten Stock direkt an der Bruestung und unter einem liegt eine lebhafte Strassenkreuzung. Ein perfekter Tag in Ho-Chi-Minh-Stadt. Wir verzichten auf alle Pagoden und Museen dieser Stadt, wir sehen nicht das chinesische Viertel und auch nicht das Kriegsmuseum, aber dafuer sehen wir das Leben pur auf Saigons Strassen. Zum Ausklang des Tages gesellt man sich am besten in eine der kleinen Bierkneipen zu den Einheimischen. Auf roten und blauen kleinen Plastikstuehlen sitzt man an kleinen Tischen auf dem Buergersteig, neue Gaeste werden schon von weitem herbeigewunken und eingeladen an der Runde teilzunehmen. Ein weiterer Stuhl wird schnell herbeigezaubert und schon ist man in das Gespraech mit einem Vietnamesen vertieft. Die Zeit vergeht wie im Flug und wenn das ganze Viertel schon im Dunkeln liegt, wird in der kleinen Strassenbierkneipe immer noch getrunken und erzaehlt.
Dialog unter Reisenden - 4. Dezember 2008
Es ist immer nuetzlich und unterhaltsam, sich mit anderen auszutauschen. In unserem Hostel in Saigon treffen wir zwei Bayern, die uns ein paar Erfahrungen aus Nordvietnam berichten koennen. Wir plauderten ein wenig darueber und ueber Kambodscha, bis es zum entscheidenden Dialog des Gespraeches kam.
Er: "Oh, ich macht ja anscheinend eine laengere Tour. Wie lange seid ihr denn unterwegs?"
Ich: "Ja, laenger. Insgesamt zwoelf Monate."
Er (kurzes Zoegern, dann abfaellig): "Ach, solche seid ihr."
Damit war das Gespraech mehr oder weniger erledigt.
My Tho - 06. Dezember 2008
Wir planen auf eigene Faust das Mekongdelta zu erkunden. Die schon gebuchte Tour haben wir kurzerhand wieder abgesagt um alleine drei Tage durchs Delta zu reisen. Unser erster geplanter Stopp liegt 1,5 Busstunden suedlich von Saigon im 70km entfernten My Tho. Dort wollen wir uebernachten und am naechsten Morgen weiterziehen. Verschwitzt, denn weit geoeffnete Fenster kuehlen nur begrenzt, und mit neuen Eindruecken erreichen wir My Tho nach einer Fahrt im oeffentlichen Bus. Vor der Abfahrt im Busbahnhof streifen fliegende Haendler durch den Bus und verwandeln ihn fuer
wenige Minuten in einen kleinen Markt. Die Stopps unterwegs sind so kurz dass die Fahrgaeste im noch rollenden Bus aus- und zusteigen und zudem vorher noch zwei starkbefahrene Spuren ueberqueren muessen, weil der Bus nicht am Strassenrand haelt. Sowohl fuer oeffentliche als auch fuer Touristenbusse gilt: Der Bus ist erst voll, wenn alle kleinen roten und blauen Plastikhocker, die im Mittelgang stehen, belegt sind. Und auch der Fahrstil ist immer derselbe: rasant, dauerhupend und die meiste Zeit auf der falschen Spur. Wer bremst verliert, bzw. hat spaeter Feierabend oder kuerzere Pausen. Auch auf kurvenreichen Gebirgsstrecken werden keine Ausnahmen gemacht. Mehr als einmal habe ich, lange bevor der Fahrer seine Bremse fand, mein imaginaeres Bremspedal bis zum Anschlag durchgetreten. Busfahren in Vietnam ist kein Vergnuegen, die Unfallstatistik spricht dafuer wann immer moeglich die Bahn zu nehmen. Immer wieder sahen wir Rollerunfaelle und umgekippte Lastwaegen. Wir kommen jedenfalls heil in My Tho an, fahren mit zwei Motorradtaxis ins Zentrum und machen uns auf die Suche nach einem Hotelzimmer fuer die Nacht. Das erste Hotel ist guenstig und bietet einen wunderschoenen Ausblick, aber die Zimmer sind alles andere als einladend. Die naechsten Hotels, die wir sehen vereinen alle dieselben Eigenschaften auf sich: Schmuddelig, karg, alt. Unsere Suche wird dadurch erschwert, dass uns alle zwei Minuten jemand anderes eine Bootstour verkaufen moechte und sich keiner der Bootsleute mit einem NO abspeisen laesst. Auch mehrmalige NO, THANK YOU`S hindern sie nicht daran, uns nach 30
Sekunden erneut anzusprechen oder uns hinterherzulaufen. Zusaetzlich verfolgt uns jemand mit seinem Moped durch die Stadt in der Absicht eine Provision im Hotels fuer eine "Vermittlung" einstreichen zu koennen. Deshalb lassen wir Hotel erstmal Hotel sein und gehen zuerst etwas essen. Im ersten Lokal gibt es nur Getraenke, im zweiten wird eine Hochzeit gefeiert und alle anderen sind zu weit weg. Schliesslich bekommen wir doch noch einen Tisch in dem Lokal, in dem die Hochzeitsfeier gerade am ausklingen ist. Die Speisekarte ist sehr ungewoehnlich, alle Gerichte haben alle keine festen Preise, sondern es wird pauschal angegeben, dass z.B. alle Huehnchengerichte 100.000-200.000 Dong kosten, was zudem noch stark ueberteuert ist. Wir bestellen trotzdem. Zu spaet merken wir, dass wir in einem chinesischen Restaurant gelandet sind, das heisst unser Huehnchen wird mit weicher schwabbeliger Haut und Knochen serviert. Nach dem Essen sind wir zumindest unseren Verfolger auf dem Moped los, die Bootsbesitzer leider noch nicht. Wir schauen uns noch ein weiteres Hotel an und diesmal sehen die Zimmer ordentlich aus. Doch die Freude waehrt nur kurz, denn beim Einchecken akzeptiert das Hotel unsere Passkopien nicht. Unsere Paesse sind beim Konsulat zur Visaverlaengerung, was mehrere Tage in Anspruch nimmt. Wir erfahren, dass in der Region fast ausschliesslich staatliche Hotels ansaessig sind, die keine Kopien akzeptieren duerfen, sondern den Original-Pass bei der Polizei vorzeigen muessen. Ein kurzer Test bei einem weiteren Hotel bringt das gleiche ernuechternde Ergebnis: Wir bekommen keine Unterkunft und muessen zurueck nach Saigon fahren. Dort gibt es spaet abends kein freies Zimmer mehr in unserem bisherigen Hotel und wir machen uns zum zweiten mal an diesem Tag auf die Suche nach einem Hotelzimmer. Diesmal sind es die vielen ausgebuchten Hotels die uns zwingen, wieder auf eine laengere Suche zu gehen. Wir finden schliesslich noch ein passables Zimmer in einem privaten Hotel, dass auch unsere Kopien akzeptiert. Am naechsten Tag ziehen wir zurueck in unser "Stammhotel". Das Mekong Delta muss warten bis wir unsere Paesse wiederhaben.
Mekongdelta - 10.-13. Dezember 2008
Wir haengen nicht mehr an der kurzen Leine. Unsere Paesse sind zurueck und wir haben unsere volle Bewegungsfreiheit wiedererlangt. Doch My Tho wird sich in der Zwischenzeit kaum veraendert haben. Wir lassen es links liegen, fahren auf direktem Wege zum naechsten Ort nach Ben Tre. Auf dieser Strecke kommen wir nicht nur in den Genuss des oeffentlichen Busses, sondern wir benutzen auf dem letzten Stueck die Faehre. Fuer die Ueberfahrt verlassen wir den Bus und schauen dem regen Betrieb am Pier zu. Alle paar Minuten legt eins der vielen Schiffe an- oder ab, bringt die Menschen und Tiere, die PKWs, LKWs und vor allem Motorraeder ueber diesen Hauptarm des Deltas. Die Fahrt dauert gut 15 Minuten, da noch ein paar Inseln umschifft werden. Am Anleger auf der anderen Seite erwartet uns schon der erste Schlepper.
Aufgrund der Erfahrungen in My Tho versuche ich entnervt, ihn abzschuetteln. Ich nehme seine Visitenkarte wirsch entgegen. Als wir weiter ziehen, bringe ich wieder Verstaendnis fuer ihn auf, da ihm kaum eine andere Moeglichkeiten bleibt, auf seine Unterkunft aufmerksam zu machen. Beim naeheren studieren der Karte stellen wir dann fest, dass es ausgerechnet das Hostel ist, was wir hier in der Naehe des Anlegers ansteuern wollen. Also zurueck. Obwohl es eigentlich nicht noetig ist, versucht er uns mit allen Mitteln von seinem Hostel zu ueberzeugen, Auch von seinen Touren. Er holt ein dickes Gaestebuch heraus in dem Gaeste aus unzaehligen Laendern ihre Erfahrungen niedergeschrieben haben. Auch aus Deutschland. Und Phat, der Besitzer wie sich herausstellt, fuegt noch hinzu: "And you will see Gluehwuermchen". Ein Satz mit dem er bislang sicher nicht nur uns zum Lachen gebracht hat. Vor lauter Unterhaltung bemerken wir gar nicht, dass der oeffentliche Bus die ganze Zeit geduldig auf uns wartet, um uns die letzten Kilometer ins Stadtzentrum zu fahren. Wir entschuldigen und verabschieden uns bei den anderen und freuen uns gleicheitig ueber diese Ruecksichtnahme.
Wir lassen uns in Phats Gaestehaus nieder. Die Zimmer sind sehr schlicht, aber dafuer liegt die Anlage mitten im Gruenen und strahlt eine grosse Ruhe aus. Dies ist nach einer Woche im hektischen Saigon sehr wohltuend. Da es noch frueher Nachmittag ist, streifen wir noch eine kleine Runde durch die Nachbarschaft. Ein schmaler Teerweg fuehrt uns durch ein dicht bewachsenes Gebiet, in dem zwischendurch immer mal wieder kleine Wohnhaeuser stehen. Einige nutzen
eine Nische um Waren anzubieten, andere haben in einer kleinen, offenen Huette ihren Friseursalon hochgezogen. Hier scheint man allzu leicht in die Privatssphaere einzudringen. Am Abend geniessen wir dann noch die Spezialitaet des Hauses: Elephantenohrfisch. Das Angebot Phats, mir den Fisch noch lebend anzuschauen, nachdem er ihn aus dem hauseigenen Tuempel gezogen hat, schlage ich aus, stattdessen schaue ich mir noch die Schildkroeten und die Koenigskobra an, die gleich neben dem Tuempel auf "ihre Bestellung warten". Der Fisch selbst ist relativ geschmacklos, aber er bietet einen prachtvollen Anblick. Zudem ist die Verspeisung des Fisches, der auf vietnamesische Art zusammen mit Gemuese in Reispapier eingewickelt wird, ein Erlebnis.
Den naechsten Tag verbringen wir den Vormittag entspannt in den Haengematten und nachmittags startet unsere erste
Tour. Dai bringt uns zu einem kleinen Motorboot, wenige Meter vom Gaestehaus entfernt. Wir fahren ein Stueck den Fluss entlang und machen dann an einer Kokosnussfabrik halt, in der Bonbons hergestellt werden. Nach diesem touristischen Ort fahren wir mit einer ebenfalls touristischen Pferdekutsche weiter und so langsam bekommen wir Zweifel, dass dies die Tour ist, die wir gesucht haben. Unsere Zweifel wachsen, als uns angeboten wird, eine Schlange auf die Schultern
zu nehmen. Wir machen eine Pause und geniessen erst einmal eine Fruchtplatte mit den zahlreichen Fruechten, die es in dieser Region gibt, wie z.B. Mango, Papaya, Drachenfrucht und Litschies. Dies ist der Wendepunkt, denn nach diesem Gaumenschmauss geht es wieder mit dem Boot weiter und wir tauchen in die dichte Vegetation der Seitenarme des Mekongs ein, in der sich die Blaetter der Wasserkokosnussbaeume von beiden Seiten des Ufers sich ueber den schmalen Wasserweg biegen und nahezu ein natuerliches Dach bilden. Hier koennen wir uns nicht satt sehen. Diese phantastische Natur um einen herum ist endlich das, was wir sehen wollen. Die dichte Vegetation setzt sich allerdings auch unterhalb unseres Bootes fort. Viele im Wasser schwimmende Pflanzenteile wickeln sich regelmaessig um die Bootsschraube, so dass der Motor gestoppt werden muss. Doch es ist Vorsorge getroffen. Der mitfahrende Sohn des Bootsmanns wird in diesen Faellen zu seinem Vergnuegen ins Wasser geschickt, um die Schraube wieder aus seiner Umklammerung zu befreien. Einmal stosst auch er an seine Grenzen, so dass der Bootsmann selbst abtauchen muss, bevor wir weiterfahren koennen. Wir halten uns laengere Zeit in dieser Umgebung auf und geniessen. Danach besuchen wir noch eine der vielen Fischfarmen, die auf dem Mekong schwimmen. Eine leicht wackelige Angelegenheit, aber den Arbeits- und Wohnraum einer Familie aus naechster Naehe zu erleben, ist sehr interessant. Wir haben viel Schoenes auf dieser Tour gesehen, da stoert es auch nicht, dass
wir anschliessend noch ein wenig touristischeres Programm haben. Zum Abschluss, es ist mittlerweile dunkel, koennen wir noch hunderte von Gluehwuermchen beobachten, die in den Baeumen direkt am Ufer des Mekongs ihr zuhause gefunden haben. Von allen Baeumen blinkt es in einer Tour und sie waren teilweise erleuchtet, als sei es schon Weihnachten.
Am naechsten Tag startet die naechste Tour. Das Boot tauschen wir gegen Motorraeder ein und zu uns gesellen sich noch Georg und Jutta, die selbst vor ein paar Jahren eine Weltreise durch Thailand, Australien und Suedamerika gemacht haben und nun den Sueden Vietnams erkunden. Allerdings fahren wir nicht selbst, was mir sehr entgegen kommt, da ich auch kein Interesse habe, das Motorradfahren ausgerehnet im vietnamesischen Strassenchaos zu erlernen. Zwei Tage durchstreifen wir ein vergleichsweise kleines Gebiet im oestlichen Mekongdelta zwischen Ben Tre und Vinh Long, mit vielen Zwischenstopps, wann immer wir wollen.
Der Mekong teilt sich in neun Haupt- und unzaehlige Seitenarme und schafft eine hoch fruchtbare Landschaft. Strassen kreuzen immer wieder die Wasserwege und ziehen sich durch eine Landschaft aus Reisfeldern. An den Knotenpunkten konzentriert sich aus das Leben der Region. Hier versammeln sich die Haendler, schlagen Reis, Schweine, Fruechte und alles um, was sich verkaufen laesst. Dazwischen immer wieder schier endlose Fahrradkorsos aus Schulkindern. Die Gegend scheint in jeder Hinsicht sehr fruchtbar zu sein.
Unsere Tour startet mit allerlei Eindruecken rund um den Reis. Auf einem der zahllosen Felder koennen wir den muehsamen Abbau mitverfolgen, sehen dann die Trocknung am Strassenrand und die anschliessende Verarbeitung. Fuer die Trennung der Reiskoerner von ihren Huelsen, die als Brennmaterial verwendet werden, wird eine arg rumpelnde Maschine
eingesetzt, die von einem kleinen Motor ueber unzaehlige Baender und Uebersetzungen in Gang gehalten wird. In Betrieb haelt sie der Besitzer seit mehr als zwanzig Jahren, wahrscheinlich kennt er jede Schraube beim Namen. Die Maschine erweckt durch die Konstruktion und den ruckelnden Bewegungen den Eindurck, dass sie jeden Moment in sich zusammen fallen wird. Dies wird sie vermutlich niemals tun.
Wir ziehen weiter durch die Felder und Doerfer und ueber viele Bruecken. Wir machen verschiedene Stopps und heimisches Obst direkt vom Baum zu essen und Mimosen zu aergern. Das beeindruckenste fuer uns sind aber die Menschen. Als wir bei einem Halt zufaellig in einen kleinen, lokalen Markt geraten, wird schnell deutlich, dass sich nur selten Touristen hierher verirren. Wir werden direkt Gespraechsthema der Marktfrauen, die aufgeregt miteinander reden und uns immer wieder anschauen und anlaecheln. Dieses direkte Eintauchen in den vietnamesischen Alltag verursacht ein ziemliches emotionales Durcheinander. Zunaechst freue ich mich ueber die Aufmerksamkeit, dann uber das Laecheln. Ich laechele zurueck und bemerke unmittelbar die eigene Sprachlosigkeit, einerseits durch die Situation an sich, andererseits durch die sprachliche Barriere. Ich bin gluecklich ein "Guten Tag" auf vietnamesisch ueber die Lippen zu bekommen und im naechsten Moment frustriert, dass das schon alles war, was ich ueberhaupt in ihrer Landessprache sagen kann. Zudem fuehle ich mich ein wenig wie ein Fremdkoerper, der hier eingedrungen ist. Ich bin hin- und hergerissen, den Kontakt
zu suchen, die Atmosphaere zu geniessen, die Flucht zu ergreifen oder alles im Bild festzuhalten. Ich mache von allem ein wenig und wir verlassen nach wenigen Minuten den Markt, ohne genau verstanden zu haben, was dort eigentlich passiert ist.
Auf unserem weiteren Weg lernen wir noch einen besonderen vietnamesischen Gartenschmuck kennen. Buesche werden in eine bestimmte Form gezuechtet und geschnitten. Die beliebtesten Motive scheinen Teekannen und mehr als zehn Meter lange Drachen zu sein. Fuer die kleinen Gaerten gibt es passende Bonsaibaeume. Am Abend erreichen wir Vinh Long, wo wir noch einmal ueber einen Markt laufen koennen, der aber bei weitem nicht an das Erlebnis des anderen Marktes heranreichen kann. Am Ende dieses eindrucksvollen Tages uebernachten wir in einem auf dem Mekong schwimmenden Haus. Passender koennten wir den Tag nicht abschliessen.
Am naechsten Tag wechseln wir die Perspektive. Statt Strasse heisst es zunaechst Wasserstrasse. Wir nehmen ein Boot und fahren einen der Arme des Mekongs hinauf. Viele mit Reis be- und ueberbeladene Boote kommen uns entgegen. Wir steuern einen Schwimmenden Markt an. In der Bucht eines kleinen Dorfes liegen hunderte Schiffe vor Anker und bieten
ihre Waren feil. Es geht recht ruhig auf diesem Markt zu, den wir gemuetlich bei einer Tasse Kaffee vom Ufer verfolgen. Nach ca. zwei Stunden geht es wieder zurueck und auf die Motorraeder. Unser spontaner Spaziergang nach dem Mittagessen sorgt dann wieder fuer eine wohlige Ohnmacht. Wieder durch reinen Zufall geraten wir diesmal in eine Kokosnussfabrik. Hier fuehle ich mich noch mehr als Eindringling, aber doch willkommen, wie die Gestik und das Laecheln mir verraten. Die Sprachlosigkeit kehrt zurueck und nach einigen intensiven Minuten verabschieden wir uns.
Wir kehren nach einem kurzen Stopp an einer neuen Bruecke, die die Faehre demnaechst ersetzen wird, zurueck zum Hostel. Wir sind tief beeindruckt von der Tour und den Menschen. Trotz fehlender Worte genossen wir jeden Augenblick. Intensive Augenblicke noch dazu.
Saigon - 14. Dezember 2008
Ich tauche vorsichtig meinen Fuss in den Strom. Ich habe ein wenig Sorge, dass er direkt mitgerissen wird. Ich sehe eine Welle heranrauschen und ziehe den Fuss wieder zurueck. Die Welle schwappt an mir vorueber. Ich versuche es erneut. Und dann stehe ich mitten im Strom und es wird deutlich einfacher. Alles fliesst an mir vorrueber. Ganz von allein. Ich brauche gar nicht grossartig zu schauen, gehe einfach weiter und der Strom der Motorraeder teilt sich auf. Je naeher ich der anderen Seite komme, desto duenner wird der vor mir fliessende Verkehr, bis der Strom ganz versiegt. Ich bin auf der anderen Seite angekommen, aber nicht ganz trocken geblieben. Der Schweiss steht mir auf der Stirn.
Dalat - 15.- 18. Dezember 2008
Um der Hitze der letzten Wochen zu entfliehen, steuern wir die Stadt Dalat an, die in 1500 Meter Hoehe in der Lang Bian Hochebene liegt. Und wir finden tatsaechlich die erhoffte Abkuehlung hier. Da wir an Temperaturen unter 25 Grad nicht mehr gewoehnt sind bestellen wir an den kalten Abenden vorzugsweise die heissen Getraenke aus der Speisekarte wie z.B. heisse Zitrone, die man sich hier wahlweise mit einer kraeftig gesalzenen Aprikose im Glas servieren lassen
kann. Dalat unterscheidet sich stark von den Orten, die wir bisher in Vietnam gesehen haben. Das gesamte Stadtgebiet ist sehr huegelig, die Architektur von den Franzosen in der Kolonialzeit gepraegt, das Klima ganzjaehrig kuehl und die Landschaft wird mehr von Nadelbaeumen als von Palmen bestimmt. Wenn man es nicht besser wuesste, koennte man meinen, dass man sich in den franzoesischen Alpen befindet.
An unserem ersten Tag in Dalat ist unser Ziel ein Mitte der 60er Jahre stillgelegter Bahnhof, den wir nach einem schoenen Spaziergang entlang des Ufers des Xuan Huong-See erreichen. Von hier verkehrt mehrmals taeglich ein nostalgischer Zug zum Dorf Trai Mat und zurueck. Die Abfahrtszeiten erfahren wir am Bahnhof und auch, dass wir kurz nach der letzten hier eintreffen. Der Zug steht jedoch noch an Ort und Stelle, denn er faehrt nur wenn sich mindestens vier Fahrgaeste zusammenfinden. Im Bahnhof sind auch zwei Franzosen auf der Suche nach Mitfahrenden und genauso gluecklich wie wir, noch Zwei gefunden zu haben. Als wir unsere Fahrkarten kaufen wollen, wird uns deutlich gemacht, dass der Zug erst wieder zur naechsten offiziellen Abfahrszeit in 4 Stunden faehrt, auch wenn wir jetzt zu viert sind.
Die Zeit nutzen wir um uns das Crazy House anzuschauen, das von einer vietnamesischen Architektin erbaut wurde und sowohl Museum als auch Hotel ist und vom Stil an Hundertwasser und Gaudi erinnert. Nach diesem Abstecher, vielen Metern Fussweg, einer Kaffee- und der Mittagspause sind dann die vier Stunden vergangen und wir finden uns wieder am Bahnhof ein. Neben den Franzosen und uns beiden haben sich noch mehr Fahrgaeste eingefunden und der Zug muss sich nun doch fuer uns in Bewegung setzen, auch wenn das Zugpersonal alles andere als begeistert zu sein scheint. Wir geniessen jedenfalls die kurze und kurzweilige Fahrt vorbei an Feldern und Gewaechshauesern, auf und in denen von Obst ueber Blumen und Gemuese alles angebaut wird. In dem kleinen Ort Trai Mat haben wir 40 Minuten Zeit bis zur Rueckfahrt und wir sputen uns, damit wir noch die nahegelegene neu erbaute Pagode samt Tempel anschauen koeennen. Und dann geht es auch schon wieder zurueck nach Dalat. Nach diesem kurzen Ausflug in die Umgebung Dalats wollen wir noch etwas mehr sehen und buchen fuer den naechsten Tag eine Wanderung auf den Lang Bian Berg. Per Motorrad werden wir fruehmorgens zum Ausgangspunkt unserer Bergtour gebracht. Einer der Motorradfahrer ist unser Guide fuer heute, der andere wartet
und erwaehnt nebenbei noch er muesse sich wegen unserer Wegerlaubnis mit irgendwelchen Polizisten treffen. Obwohl unser Guide alles andere als sportlich, sondern eher etwas pummelig ist, bereitet ihm der Aufstieg keine Muehe. Mit von der Partie ist noch ein Franzose aus Dalat, der ziemlich Tempo macht, aber dann alle paar hundert Meter eine Pause zum Ausschnaufen einlegen muss. Wir laufen quer ueber Wiesen, durch Nadelwaelder, dann wieder ein Stueck bergab um schliesslich im dichten Dschungel auf einem schmalen rutschigen und steilen Pfad bis zur Bergspitze hinaufzukraxeln. Es gibt keinerlei Hinweisschilder-oder markierungen und nicht immer ist ein Pfad zu erkennen, sondern es geht einfach querfeldein. Ohne unseren Guide haetten wir den Weg zum Gipfel wahrscheinlich nicht gefunden. Unser Guide erzaehlte uns, dass sich ein Ungluecklicher auf dem Rueckweg vom Gipfel im Dschungel verlaufen hatte, da er an einer Weggabelung die falsche Richtung einschlug und somit immer tiefer in den Dschungel eindrang. Es dauerte drei Tage, bis er den Weg zurueck fand. An dieser Weggabelung steht heute ein Hinweisschild, aber das ist auch der einzige Hinweis auf dieser Wanderung. Der Rueckweg fuehrt uns noch ueber zwei weitere Gipfel, die aber nicht mehr so anstrengend sind wie der erste und dann geht es zurueck ins Tal, wo schon unser anderer Fahrer wartet. Mit Muskelkater verlassen wir am naechsten Tag Dalat und fahren mit dem Bus in die Kuestenstadt Nha Trang.
Die Rueckfahrt von der Wanderung verlaeuft etwas anders als die Hinfahrt. Mein Fahrer mutierte in der Zwischenzeit zu einer Labertasche. Immer wieder dreht er waehrend der Fahrt seinen Kopf nach hinten, um etwas zu erzaehlen. Dabei geht er jedes Mal deutlich vom Gas, so dass wir abwechselnd 10 sec schnell und 10 sec langsam fahren. Auch seine Aussprache ist fuer mich nun deutlich unverstaendlicher als am Morgen, was mich aufgrund meiner Muedigkeit nicht weiter wundert. Doch dies ist nicht der wahre Grund. Der steigt mir dann trotz Fahrtwind deutlich in die Nase. Er ist sternhagelvoll. Da er gerade sehr gespraechig ist, erzaehlt er mir auch ungefragt seine Erlebnisse der letzten Stunden. Er hat bei der lokalen Polizeistation die obligatorische Erlaubnis eingeholt, damit wir durch dieses Gebiet wandern durften. Fuer ihn ist dies anscheinend nicht ganz so einfach, so dass er mittels einiger Flaschen Wodka nachgeholfen hat. Meine Rueckfahrt wird daher sehr lang. Objektiv und vor allem subjektiv, da sich Schlangenlinien und Reaktionsverzoegerungen immer mehr haeufen und mich regelmaessig in Alarmbereitschaft versetzen. Letztlich erreichen wir unversehrt unser Ziel, an dem Manja schon mehr als zehn Minuten wartet. Wohl bekommt`s!
Nha Trang - 18. - 19. Dezember 2008
Wieder ein kompletter Wechsel. Vom Hochland geht es zur Kueste. Wir fahren durch eine Berglandschaft mit dicht
bewaldeten Abhaengen, die immer wieder ihre Blicke auf sich ziehen. Statt wandern, heisst es nun am Strand entspannen. Das Schwimmen gestaltet sich wegen der zu dieser Jahreszeit hohen Wellen etwas schwierig, aber dafuer haben wir Glueck mit dem Wetter. Die Sonne macht die Kaelte von Dalat schnell vergessen. Aber Nha Trang ist nur ein kurzer Zwischenstopp, ein kurzer Eindruck. Auch vom rasant wachsendem Geschaeft mit der Sonne und dem Meer. Nach 1 1/2 Tagen geht es schon weiter Richtung Norden. Bei unserer Abreise vergessen wir leider, die Sonne einzupacken.
Hoi An - 20. - 23.Dezember 2008
Wer nach Hoi An kommt, nimmt am besten seinen Terminkalender mit. Bei einem kurzen Aufenthalt muss eine Menge im Zeitplan untergebraucht werden, denn Hoi An ist Weltkulturerbe und Shoppingparadies in einem. Die Stadt umfasst historische Kaufmannshaeuser, chinesische Versammlungshallen, Familienschreine, Tempel und das Wahrzeichen Hoi Ans die
aus Holz gebaute ueberdachte Japanische Bruecke am Thu Bon Fluss. Ergaenzt wir das Stadtbild um ca. 400 Schneider und unzaehlige Schuhmacher, die abgesehen von ein paar Souvenirlaeden fast die ganzen Ladengeschaefte einnehmen. Die Touristen sieht man entweder mit Kameras beim Sightseeing oder von einer Anprobe zur naechsten eilen oder vollbeladen mit Tueten nach bereits erfolgreichem Einkauf. Doch am Anfang steht die Qual der Wahl, was will man sich ueberhaupt schneidern lassen und wie findet man heraus welcher Schneider sein Handwerk beherrscht. Wahrscheinlich muss man einfach Glueck haben, denn die Qualitaet scheint nicht nur zwischen den Schneidern, sondern auch in ein und demselben Laden stark zu schwanken. Wir hatten einen Schneider, der sofort sah welche Aenderungen noch noetig waren, uns von sich aus darauf aufmerksam machte und diese sofort anging und am Ende ein tolles Ergebnis lieferte und wir hatten einen Schneider, der gar nicht erkannte oder nicht erkennen wollte, dass etwas nicht sitzt und auch mit mehrmaligen Aenderungen nicht in der Lage war, das Kleidungsstueck passend zu machen. Trotz der Schwierigkeiten ist es leicht
hier, in einen regelrechten Kaufrausch zu verfallen und ein Kleidungsstueck nach dem anderen in Auftrag zu geben. Ich schaetze bei den meisten wird erst die Abreise dem Schneiderwahn ein Ende machen. Uns haben in Hoi An uebrigens nicht nur die Schneider und Schuhmacher um unser Geld erleichtert, sondern auch ein Langfinger machte sich an unserem Geld im Hotelsafe zu schaffen. Bisher hatten wir immer Glueck gehabt, in allen guenstigen Hotels wurde uns nie etwas geklaut, in diesem fuer uns schon etwas teurerem Hotel war es dann soweit.
Ausflug My Son
Fuer einen halben Tag kehren wir der Stadt den Ruecken zu, denn wir haben zusammen mit Goerg und Jutta einen Wagen
samt Fahrer gemietet, der uns zu den Tempelanlagen von My Son bringen soll, die ebenso wie Hoi An zum Weltkulturerbe der Unesco gehoeren. Die Staetten wurden bereits zwischen dem 7. und 13. Jahrhundert errichtet, die meisten Tempel sind jedoch stark dem Lauf der Zeit und den Bomben im Vietnamkrieg zum Opfer gefallen, so dass von urspruenglich 70 Gebaueden, heute nur noch wenige Ruinen, zum Teil stark verfallen und von Pflanzen ueberwuchert, existieren. Fuer uns kommt der Besuch zu einem schlechten Zeitpunkt. Denn hat man zuvor die Tempel von Angkor gesehen, wird einen My Son nicht beeindrucken koennen.
Weihnachten in Hue - 23. - 26.Dezember 2008
Das erste mal ueberhaupt feiern wir Weihnachten fern ab der Heimat ohne unsere Familien - und ohne in Weihnachtsstimmung zu sein. Das erste was uns in Hue an Weihnachten erinnert ist das Wetter, es regnet ohne Unterlass, alles ist grau und kalt. Mit Weihnachtsliedern uebers Webradio versuchen wir etwas Weihnachtsstimmung in unser Hotelzimmer zu bekommen. Wir goennen uns zu Weihnachten das Penthouse im Hotel und verbringen dort viel Zeit mit
lesen, surfen im Internet und ausspannen. So stressfrei war Weihnachten noch nie. An Heiligabend besuchen wir die Messe in der Notre-Dame-Kirche. Voller Ueberraschung sehen wir die Menschen in Massen zur Kirche stroemen. Die grosse Strasse, die frontal auf die Kirche zufuehrt, gleicht einem Jahrmarkt. Ueberall werden bunte Luftballons, Popcorn und Nuesse angeboten. Vor der Kirche steht eine Reihe Fotografen, die alle Haende voll zu tun haben, Erinnerungsfotos von den Kirchgaengern zu schiessen. Auch die Handykameras der Vietnamesen sind im Dauereinsatz. Die Kirche ist bereits rappelvoll als wir ankommen und es wird wegen Ueberfuellung niemand mehr hineingelassen. Fast keiner. Als uns die Ordnungskraefte sehen, tuscheln sie wild, zeigen auf uns und einer von Ihnen fordert uns schliesslich auf ihm zu folgen. Er fuehrt uns zu einem Seiteneingang und laesst uns ins Seitenschiff der Kirche. Diese Sonderbehandlung wollen wir eigentlich gar nicht, freuen uns aber dann doch, dass wir diese Gelegenheit bekommen. In der Kirche sind alle Plaetze besetzt, am Rand sitzen schon viele Besucher auf kleinen roten und blauen Plastikhockern. Wir stellen uns dazu, und es dauert keine fuenf Minuten bis uns zwei Vietnamesen ihre Hocker anbieten. Bevor wir ablehnen koennen, sind die zwei schon verschwunden. Wir sind ganz sprachlos von soviel Zuvorkommenheit an diesem Abend.
Am ersten Weihnachtsfeiertag machen wir einen kleinen Spaziergang in Richtung Zitadelle um uns die Kaiserstadt
anzuschauen. Auf dem Weg dorthin ueberqueren wir den Parfuemfluss, der seinem Namen leider nicht gerecht wird, und erreichen auf der anderen Flussseite zuerst den Festungswall um die Zitadelle und dann den Flaggenturm, bevor wir durch einen zweiten Wall in die Kaiserstadt eintreten. Wir verweilen nicht lange hier, denn es muss schon lange her sein, dass die Kaiserstadt in vollem Glanz erstrahlte und das regnerische Wetter heute macht es auch nicht besser. Wir kehren zurueck in unser Hostel, ereignislos geht der Nachmittag zu Ende bis wir abends in den Nachtzug nach Hanoi steigen.
Hanoi - 27. - 30.Dezember 2008
Ein Schrei gellt durch die Nacht. Dann herrscht Ausnahmezustand. Und wir sind mittendrin. Mittendrin im roten
Fahnenmeer. Ausgelassen feiern die Vietnamesen ihren ersten Sieg im AFF-Fussball-Cup mit Jubelgesaengen und Polonaise und es ist uns eine Freude, das Spektakel aus naechster Naehe verfolgen zu koennen. Wir schauen auf die verzierten Autos und Motorraeder und in die gluecklichen Gesichter der feiernden Menschen, die immer wieder "Viet Nam vo dich - Vietnam ist Champion" anstimmen und eine ganz grosse Party feiern. Einzig das Hupkonzert faellt aus, da sowieso keiner einen Unterschied wahrnehmen wuerde.
Vor und nach der Party bekommen wir auch noch ein wenig vom Alltag Hanois mit. Es ist die erwartet hektische Stadt, die bezueglich der Verkehrsdichte den Vergleich mit Saigon nicht zu scheuen braucht. Das Herz Hanois bildet die gut erhaltene Altstadt mit dem Hoan-Kiem-See. Hier liegt auch das touristische Zentrum mit unzaehligen Hotels und Touranbietern. Hier in den engen Strassen und Gaesschen draengelt sich der Verkehr besonders und laesst wenig Raum fuer einen gemuetlichen Rundgang.
Die Stadt tut sich auch sonst schwer damit, uns ein freundliches Gesicht zu zeigen. Das erste Hotel bietet uns statt des gebuchten Zimmers nur ein viel teureres an. Das naechste zeigt nachhaltigen Unwillen, uns bei der Organisation unserer Weiterreise in irgendeiner Weise weiterzuhelfen. Zusaetzlich verschwenden wir erfolglos einen kompletten Tag
damit, in Hanoi eine gute Tour fuer die Halongbucht zu finden. Wir entdecken aber auch noch ein paar schoene Seiten. So finden wir einen wunderschoenen, kleinen Kaffeeladen, wo wir auf den ueblichen Plastikhockern den angeblich besten Kaffee der Stadt schluerfen koennen. und vom "City-View-Cafe" haben wir einen exzellenten Blick auf das konfuse Strassengewirr, von dem wir unsere Blicke kaum loesen koennen. Zwischendurch treffen wir uns auch noch mit Mandy. Nach Siem Reap und Sihanoukville kreuzen sich hier zu unserer Freude erneut unsere Wege. So koennen wir einen Tag zu dritt die Stadt erkunden und - je nach Perspektive - erleiden oder erleben.
Sa Pa - 30. Dezember 2008 - 2. Januar 2009
Wir werden hinausgezogen aus dem hektischen Hanoi. Hinein in die Natur. Hinein in die Kaelte nach Sa Pa. Der Nachtzug bringt uns weit in den Nordweten Vietnams, in den Grenzort Lao Cai. Hier an der Grenze zu China geht es per Minibus in das auf 1600 m Hoehe gelegene Sa Pa und schon auf dem Weg dorthin bekommen wir einen Vorgeschmack auf das, was uns die
naechsten vier Tage erwartet. Unzaehllige Reisterrassen an den Berghaengen, dicht an dicht ziehen sie sich durch die tiefen Taeler zu den Gipfeln hinauf und bilden eine eindrucksvolle Landschaft. Vermuten wir zumindest. Denn die Landschaft ist in dichten Nebel eingehuellt, so dass wir nur einen kleinen Teil davon erkennen koennen.
Wir erreichen unser Hotel und bekommen ein Zimmer in der obersten Etage von der man einen tollen Blick ins Tal hat - so fern man es im Nebel erkennen kann. "Good view, good view" bestaetigt uns auch die Angestellte, verraet uns aber nicht, dass dies das letzte Mal waehrend unseres Aufenthaltes sein wird, dass wir das Tal von hier noch sehen werden, bevor es vollstaendig im Nebel verschwindet.
Angesichts der erwartet niedrigen Temperaturen legten wir bei der Auswahl des Zimmers auf ein kleines Detail besonderen Wert: Einen Kamin. Da verzichten wir auch gerne auf eine Heizung. Und schon kurz nach unserer Ankunft sitzen wir leicht froestelnd in unseren Sommerklamotten im ausgekuehlten Zimmer und fangen an zu traeumen von einem knisternen, waermenden Feuer. Wenige Minuten spaeter brennt der Holzstapel und gibt uns die ersehnte Waerme, die nach und nach unseren Raum erfuellt. Doch in diese Waerme mischt sich noch etwas anderes. Dichter Qualm. Der Kamin scheint ueberhaupt nicht zu ziehen und fordert fuer die Waerme die gute Luft. Uns bleibt nur eine Wahl: Wir oeffnen die Tuer
und alle Fenster. Hinaus mit dem Qualm und mit ihm leider auch die Waerme.
Wir suchen nach anderen Moeglichkeiten und der lokale Markt bietet erwartungsgemaess jede Menge davon. Wir decken uns ein mit Handschuhen, Muetzen und dicken Wollsocken. Anschliessend gehen wir durch den Ort und suchen nach einem Restaurant, wobei nicht die Speisekarte das entscheidene Kriterium ist. Schon das kleine Schild mit der Aufschrift "Heated room" ueberzeugt uns vollstaendig. Bei leckerem, gesundem Ingwertee lassen wir es uns gut gehen und freuen uns auf den naechsten Tag. Dann startet unsere zweitaegige Trekkingtour durch die Umgebung.
Trekken ist die touristische Hauptattraktion in Sa Pa. Dies liegt nicht nur an der wunderbaren Landschaft. Hier, wie auch in Nordlaos und Nordthailand, leben viele ethnische Minderheiten, wie die Hmong, die Tai oder die Dao in sehr traditioneller Weise, was auesserlich schon durch ihre prachtvollen Trachten und ihren Schmuck deutlich wird. Wir lernen aber auch fragwuerdige Heilmethoden kennen. Bei Kopfschmerzen wird ein heisses, mit Kraeutern gefuelltes Horn an die Stirn gelegt, bei Halsschmerzen wird solange in den Hals gekniffen, bis dieser Schmerz den anderen ueberdeckt. Wir sahen einige, die deutliche Narben von diesen schmerzvollen Verfahren zurueckbehielten. Auch auf die Problematik von Zwangsheiraten stiessen wir relativ schnell, gegen die es ein immer staerkeres Aufbegehren gibt - oder eine komplette Aufgabe indem nicht wenige ihrem jungen Leben ein Ende bereiten.
Der Kulturtourismus zu diesen Voelkern ist umstritten, da viele Touristen durch respektloses oder verantwortungsloses Verhalten, wie zu kurz geratene Kleidung, allzu neugieriges Herumstoebern in den Doerfern, ungefragtes Fotografieren
oder Opiumrauchen, Probleme hervorrufen und die Kultur und Identitaet der Menschen gefaehrden. Das mit dem Touristenstrom fliessende Geld, schafft aber vielleicht auch bessere Lebensverhaeltnisse. Nicht wenige sollen von einem Leben in der Stadt traeumen und sich lieber heute als morgen von der schweren Arbeit verabschieden. Zudem versuchen die Regierungen die Menschen zu "vietnamisieren", "laotisieren" oder "thailaendisieren", was durch das touristische Interesse gehemmt wird.
Wer jedoch bei der Beschreibung von einer unberuehrten Idylle ausgeht, wird schon in Sa Pa eines Besseren belehrt Die Angehoerigen der Minderheiten haben sich schon laengst auf den Tourismus eingestellt und versuchen an jeder Ecke fuer ihre schoenen Handarbeiten zahlungkraeftige, auslaendische Kundschaft zu gewinnen. Wir bemerken jedoch schon allein bei diesem feilbieten wesentliche, kulturelle Unterschiedene zu den Vietnamesen. Die Hmong hinterlassen bei uns immer wieder den Eindruck, dass sie sich auch im Erwachsenenalter eine gewisse kindliche, sehr sympathische Verspieltheit bewahrt haben, was einen nicht dazu verleiten sollte, an ihrer Professionalitaet zu zweifeln, Geschaefte zu machen.
Am Mittwochmorgen geht es los. Wir freuen uns auf unsere kleine Trakkinggruppe. Wir sind vier Personen plus zwei "Guides". Auf den ersten Blick. In Wirklichkeit machen sich unzaehlige Kleingruppen innerhalb einer halben Stunde auf den selben Weg und formen einen kleinen Demonstrationszug. Und zu jedem Touristen gesellen sich noch mindestens zwei Hmong oder Tai, die den Zug auf dem Weg in ihr Dorf begleiten. Junge und aeltere Frauen mit ihren Kindern. Dies ist allerdings eine echte Bereicherung. Besonders wild sind sie darauf, das Alter und den Familienstand in Erfahrung zu
bringen. Und egal welches Alter man nennt, bekommt man direkt ein "Oh, you are really young" zurueck. Das ist sehr aufbauend fuer mich. Und nicht verheiratet kommt deutlich besser an, als verheiratet zu sein. Auch sonst ist ihre Art und ihr allgegenwaertiges, freundliches Laecheln eine schoene Bereicherung auf dem Weg. Zumal es nebliger ist als am Vortag, so dass unser Blick gerade fuenfzig Meter weit reicht und die landschaftliche Schoenheit sich fast ausschliesslich in der Fantasie abspielt. Aber diese erhaelt zumindest hin und wieder ein wenig Nahrung, wenn sich die dichten Schleier kurzzeitig ein wenig lichten. Nach einem laengeren Stueck Teerstrasse geht es uber Feldwege und je laenger wir laufen desto mehr zieht sich die Gruppe auseinander. Wir gehen durch kleine Doerfer, wo wir einen Blick in das dortige Leben und Schulleben werfen koennen. Aber man bekommt direkt das Gefuehl, dass unzaehlige Touristen hier hindurch trampeln, und eigentlich nur stoeren. Wir ziehen schnell weiter. Bis zum Mittag stochern wir weiter im Nebel und in Doerfern herum und treffen dann mit allen anderen "Trekkenden" wieder zum Essen fassen aufeinander. Dies ist eine guenstige Gelegenheit fuer die vielen einheimischen Begleiter, die mittlerweile aufgebauten Beziehungen zu nutzen, um ihre Waren anzubieten. Es gelingt uns nicht, uns dem zu entziehen. Nach mehreren Stunden Smalltalk, Laecheln und Fotos, waere es vermutlich auch sehr unhoeflich, nicht wenigstens ein bisschen zu kaufen. Auch die Kinder sind teilweise gut auf Touristen "abgerichtet", wiederholen permanent in einem Klageton, dass man ihnen doch etwas
abkaufen moege. Allerdings lassen sich diese auch schnell zum Lachen und damit aus ihrem Konzept bringen, was dann dooh hoffen laesst. Nach dem Essen laufen wir noch ein kleines Stueck in das naechste Dorf, um dort im "Homestay" zu uebernachten. Das Wort Homestay sollte keine falschen Erwartungen wecken. Das wissen wir schon aus dem Mekongdelta. Die Gastfamilie lebt zwar mehr oder weniger im selben Haus, aber wir teilen uns die gut auf Touristen vorbereitete Unterkunft mit zehn anderen, so dass nicht unbedingt eine heimelige Atmosphaere aufkommt. Aber die grosse Gruppe kommt uns gerade recht. Es ist Silvester und unsere internationele Zusammensetzung fuehrt dann automatisch dazu, dass wir das Silvester in Neuseeland, Australien und Singapur feiern. Statt Sekt gibt es Reisschnaps, und dies traegt dazu bei, dass das Silvester in Vietnam dann vor Erschoepfung nur noch von einem kleinen Kreis gefeiert wird. Das deutsche und daenische Silvester um sechs Uhr Ortszeit feiert dann keiner mehr.
Am naechsten Morgen wartet schon vor dem Fruehstueck eine Schar von Einheimischen auf unseren Aufbruch. Und schnell merken wir, dass wir gerade heute sehr dankbar fuer ihre Begleitung sind. Der naechtliche Regen hat den Boden aufgeweicht, so dass wir auf den steilen Abschnitten, die heute auf uns warten, staendig ins Rutschen geraten. Zumindest die Touristen. Waehrend wir mit Minimalgepaeck und Wanderstock bei jedem Schritt befuerchten, auf der Nase
zu landen, tragen die Einheimischen teilweise ihr Kind auf den Ruecken, in der einen Hand eine Tragetasche und reichen uns dann die andere als Stuetze entgegen. Wir nehmen diese Hilfe dankbar an, von einem auf der linken und einem anderen auf der rechten Seite. Wir geben ein tolles Bild ab! Es ist wie schon auf der chinesischen Mauer ein frustrierendes Erlebnis, wie unbeholfen wir uns im Vergleich zu den Einheimischen bewegen. Unsere Unsicherheit bessert sich nur wenig, aber dafuer auch der Nebel, so dass wir mehr von der prachtvollen Landschaft auf uns wirken lassen koennen - wenn wir mal ein rutschfestes Plaetzchen gefunden haben. Nach drei Stunden Rutschpartie erreichen wir unser Ziel. mit schlammueberzogener Hose, da wir manchmal die helfende Hand aus Uebermut abgelehnt haben. Und mit verschlammten Schuhen, da der Boden an einigen Stellen unerwartet tief eingeweicht war.
Es waren zwei spannende Tage in einer spannenden menschlichen und landschhaftlichen Umgebung, trotz eines teilweise sehr touristischen Charakters. Es hat sich gelohnt, ein paar Tage in die Kaelte zu fahren!
Cat Ba und Halong Bucht - 03. - 07. Januar 2009
Eine schoene Tour fuer die Halong Bucht zu finden stellt sich als weitaus schwieriger heraus als erwartet. Alle Reisebueros die wir in Hanoi abklappern haben das gleiche Tourangebot. Von der Gruppengroesse, ueber die Abfahrtszeiten, dem Tagesablauf, der angefahrenen Orte und der Hotels bei Mehrtagestouren - aeh, ich meine natuerlich
DEM EINEN Hotel - ist alles gleich. Nur der Preis variiert. Die meisten Reisenden berichten vor allem begeistert vom Essen, zumindest diejenigen die etwas mehr bezahlt haben. Wir wuenschen uns jedoch eine kleine Gruppe, viel Zeit auf dem Wasser, eine Route abseits der Standardtour und das ganze soll noch bezahlbar sein. In Hanoi werden wir letztendlich nicht fuendig, aber eine gute Internetrecherche fuehrt uns schliesslich zu einem Anbieter direkt auf der Insel Cat Ba in der Halong Bucht, bei dem wir finden was wir suchen. So reisen wir von Sapa direkt nach Cat Ba. Nach der einstuendigen Fahrt von Sapa zum Bahnhof, der fuenfstuendigen Wartezeit dort, der Fahrt im Nachtzug, der fruehen Ankunft im fuenf Uhr frueh in Hanoi, der Taxifahrt zum Busbahnhof, der ueber zweistuendigen Wartezeit dort, der dreistuendigen Busfahrt mit Umstieg in Hai Phong, der halbstuendigen Bootsfahrt zur Insel und der halbstuendigen Busfahrt vom Faehranleger nach Cat Ba Stadt sind wir doch etwas muede als wir dort ankommen. Zum Glueck befindet sich unser Hotel nur drei Meter vom Busstopp entfernt, und nach dem Fruehstueck wird erst mal geschlafen.
Wir starten am naechsten Morgen zusammen mit Jilles und Karine aus Kanada zu einer dreitaegigen Tour durch die Halong Bucht. Die zwei Naechte werden wir auf dem Boot schlafen, dass mit vier Betten ausgestattet ist, wahrend die 3-koepfige Crew sich auf der Fischfarm, an der wir nachts festmachen, schlafen legt. Die drei Tage sind fuer uns faule Tage, wir sitzen den ganzen Tag an Deck, geniessen die Landschaft, lesen oder schlafen. Unterbrochen wird diese Routine des Nichtstuns nur von den Mahlzeiten und unseren Kajakausfluegen. Das Essen ist gut, da koennen wir uns nicht
beklagen, es gibt am ersten Tag mittags Ei, Tintenfisch, Morning Glory, Fruehlingsrollen und das vordere Drittel eines Fischs. Das Abendessen ist auch gut, es gibt Ei, Tintenfisch, Morning Glory, Fruehlingsrollen und das hintere Drittel des Fischs. Am zweiten Tag ist die Speisekarte bis auf den Fisch identisch, diesemal wird der mittlere Teil des Fisches serviert. Am dritten Tag sind wir schon ganz gespannt auf unser Essen, denn von dem Fisch bleibt kein verbleibendes Stueck mehr uebrig. Neben dem ueblichen gibt es..., ja Fisch natuerlich, diesmal aber vier kleine Fische. Ein Highlight der Tour sind die Kajakausfluege, die uns in stille Lagunen, in Hoehlen, durch Felstunnel, zu kleinen Tempeln, an schwimmenden Doerfern vorbei und an menschenleere Straende fuehrt. Und auch sonst sehen wir waehrend der drei Tage so gut wie keine anderen Touristen, nur bei dem Besuch der wohl bekanntesten Hoehle in der Halong Bay, der Hang Sung Sot Hoehle mischen wir uns beim Anleger unter die anderen Boote und in der Hoehle unter die anderen Touristen. Die restliche Zeit haben wir die Bucht fuer uns alleine.
Vinh - 07. - 08. Januar 2009
Nach ueber fuenf Wochen in Vietnam muessen wir das Land nun verlassen. Von Cat Ba in Vietnam bis nach Ponsavanh in Laos werden wir zwei Tage brauchen. Am ersten Tag fahren wir bis Vinh und von dort nehmen wir am zweiten Tag den Bus ueber die Grenze. Die Fahrweise des Busfahrers auf unserer ersten Etappe ist so anstrengend, dass sich die 7-stuendige Fahrt endlos hinzieht. Es geht nicht ein einziges mal im gleichmaessigen Tempo voran, Gas geben und abruptes bremsen bestimmen den groessten Teil der Fahrt, die zudem begleitet ist von waghalsigen Ueberholmanoevern auf den vollen vietnamesichen Strassen und einem anhaltenen Hupkonzert. Waehrend der Fahrt steht der Assistent des Fahrers in der geoffneten Tuer und wedelt bei jedem Ueberholvorgang mit seinem ausgestreckten Arm nach draussen und schreit den Fahrzeugen die wir Ueberholen irgendetwas zu. Wir sind einfach nur froh als wir abends in Vinh ankommen und suchen uns ein Gaestehaus in der Naehe des Busbahnhofes. Wir muessen uns noch unsere vorbestellten Bustickets fuer morgen abholen, weil wir nicht wissen wo, versuchen wir den Busunternehmer anzurufen. Noch bevor wir ihn an der Strippe haben steht er mitten in unserer Hotellobby. Wir staunen, wie er uns gefunden hat. Die Motorradtaxifahrer, die ueberall am Strassenrand auf Fahrgaeste warten, wiesen ihm den Weg zu uns. Als Europaer in wenig touristischen Orten faellt man auf wie ein bunter Hund und jeder Einwohner weiss, wo man sich gerade aufhaelt. Obwohl uns Vinh nicht gefallen hat, waren die Meschen hier sehr freundlich und neugierig. Abends im Restaurant kamen vietnamesische Gaeste an unseren Tisch, um uns zu begruessen und uns die Hand zu schuetteln. Ein schoener Abschied von einem freundlichen aber auch hektischem Land.
Abschied - 08. Januar 2009
Fuenf Wochen Vietnam. Fuenf Wochen voller Eindruecke.
Es war wuselig. Es war nervig. Es war heiss, freundlich und emotional. Es war kuehl und bergig. Es war windig und sonnig. Es war historisch und modisch. Es war trist und regnerisch. Es war feiernd, hektisch und abgezockt. Es war neblig, kalt und prachtvoll. Es war entspannend und schoen.
Es ist schwer zu leugnen: Vietnam ist schoen (und) abwechselungsreich.
Unsere Reise geht in Laos weiter. Wer die Artikel in chronologischer Reihenfolge lesen moechte, der wechselt an dieser Stelle auf die Laos Seite.